Forschung

Theoretischer Hintergrund und Ziele

Anknüpfend an das Projekt ExpeditioN Stadt, welches primär die Entwicklung von mobilen ortsbezogenen Lernumgebungen beinhaltet, denkt dieses Forschungsprojekt die digitale Bildung im schulischen Unterricht weiter. Neben klassischen mobilen ortsbezogenen Lernumgebungen aus ExpeditioN Stadt, die in der Schnittmenge von BNE, digitaler Bildung (Lude, 2013) sowie Exkursionsdidaktik (Neeb & Ohl, 2012) entstehen, sollen nun weitere digitale Lernumgebungen bereitgestellt werden, die sowohl im Klassenzimmer (sog. „Indoor Bounds“) als auch auf dem Schulgelände gespielt werden können und sofort im Unterricht einsatzfähig sind (Ebene 1 des didaktischen Rahmenmodells). Neben der Entwicklung von prototypischen Lernumgebungen zielt dieses Projekt auch auf die Entwicklung von didaktischen Gestaltungsprinzipien sowie einer Toolbox mit digitalen Werkzeugen ab, die Lehrkräfte dazu befähigen, selbstständig eine digitale Lernumgebung zu entwickeln. (Ebene 2 und 3 des didaktischen Rahmenmodells).

Ziel des Forschungsprojekts im Allgemeinen ist damit die Professionalisierung von Lehrkräften und weitere Bildungsakteur*innen, damit diese digitale Lernumgebungen didaktisch sinnvoll entwickeln und einsetzen können. Hierfür werden mittels des Design-Based Research Ansatzes sofort spielbare prototypische Lernumgebungen sowie eine Toolbox mit digitalen Werkzeugen entwickelt, die Lehrkräfte beim Einsatz sowie bei der selbstständigen Gestaltung einer digital gestützten Lernumgebung unterstützen. Vermittelt werden die didaktischen Werkzeuge durch Innovative Fortbildungsworkshops. Dadurch wird die eigenständige Entwicklung und so die Professionalisierung der Lehrkräfte ermöglicht.

Design-Based Research

Design-Based Research als methodologischer Ansatz hat das Ziel, die Lücke zwischen Forschung und Praxis zu schließen, indem ausgehend von einem Praxisproblem theoriegeleitet „unterrichtliche Gestaltungskriterien und Handlungsleitlinien“ und konkrete Lernumgebungen entwickelt werden. Die Entwicklung erfolgt in zyklischen Forschungsprozessen bestehend aus Design, Umsetzung, Analyse und Re-Design. Durch den DBR-Ansatz entsteht ein doppelter Output (für Theorie und Praxis), da sowohl durch die einzelnen Schritte des Zyklus theoretische Konzepte in Form von Design-Prinzipien als auch praxiserprobte Lernumgebungen entstehen.

In diesem Forschungsprojekt sollen mittels des DBR Ansatzes in mehreren Design-Zyklen Gestaltungsprinzipien und didaktische Werkzeuge erprobt, verbessert sowie (weiter)entwickelt werden. Um möglichst praxisnahe Probleme zu identifizieren, werden an unterschiedlichen Stellen im Forschungsprozess, beispielsweise bei Fortbildungsworkshops, Forscher:innen-Praktiker:innen Dialoge eingesetzt, die theoriegeleitete Konzeption mit praktischen Erfahrungen kombinieren.

Die entwickelten Gestaltungsprinzipien und didaktischen Werkzeuge werden schließlich als Open Educational Resources (OER) publiziert und damit unkompliziert für alle Lehrkräfte sowie Bildungsakteur*innen zugänglich gemacht.